16/ 11/ 08

source: Jazzzeit

  

Thomas Silvestri Quintet – Les sirènes



Der Pianist Thomas Silvestri entwirft Jazz-Stücke die tief in der Jazz-Geschichte verwurzelt sind. Der Sound seines Quintetts klingt, als wäre er aus den Sechziger Jahren entsprungen. Dieses Jahrzehnt in dem so viele gute Bop-Platten entstanden sind, ist aber nur der Ausgangspunkt für die Tunes, die dann mit moderner Harmonik und Rhythmik ganz zeitgemäss weiterentwickelt werden. In anderen Stücken wird dieses Konzept umgekehrt und aus einer Jazz-Rock-Einleitung entwickelt sich Musik, die in hohem Tempo und mit exzellenten Soli an die Glanzzeiten des Jazz mit Bud Powell und dem frühen Miles Davis erinnern. Das Quintett mit Silvestri, Michael Gassmann (tp), Ewald Hügle (s), Heiner Mark (b) und Tony Renold (dr) ist ein Ensemble mit toller Spiellaune und „Les sirènes“ ist das beeindruckende Beispiel für Jazz aus Europa, das die amerikanische Jazz-Geschichte besser und interessanter, spannenender transportieren kann, als viele Gruppen aus den USA selbst!

(bak)

4 stars